Vitamin-D-Mangel - richtig erkennen und behandeln

18.02.2024Lesezeit: 3 minAutor: Georg Weiß
Ein Vitamin-D Mangel ist in Deutschland weit verbreitet. Nach Erhebung des Robert-Koch-Institut (RKI) sind lediglich ca. 40% der Erwachsenen ausreichend mit dem wichtigen Vitamin versorgt. Circa 30% der erwachsenen Bevölkerung haben hingegen einen signifikanten Vitamin-D-Mangel. In diesem Artikel werden relevante Aspekte des Vitamin-D-Mangels, einschließlich der optimalen Supplementierung, besprochen. Über weitere Vitamine und Mineralstoffe liest du hier.
Wie wird Vitamin-D gebildet oder aufgenommen?
Die Eigensynthese von Vitamin-D in der Haut unter Einfluss von Sonnenlicht, speziell UV-B Strahlung, stellt mit 80 - 90% Anteil die wichtigste Quelle für die Versorgung des menschlichen Körpers dar. Unter Bestrahlung der Haut mit UV-B Strahlung kommt es hierbei in der Haut zur Bildung von Vitamin-D3 (Cholecalciferol), welches eine Vorform des aktiven Vitamins darstellt. Da UV-B Strahlung durch Fensterglas gefiltert wird, reicht der Aufenthalt in hellen Räumen für die Vitamin-D Bildung nicht aus. Aufgrund der geografischen Lage von Deutschland ist eine Eigensynthese von circa März bis Oktober möglich, während es im Winter, selbst unter optimaler Ernährung, zu einem Abfall der Vitamin-D-Spiegel kommt.
Ein relativ geringer Anteil von 10 - 20 % des Bedarfs an Vitamin-D wird durch Zufuhr zumeist tierischer Nahrungsmittel gedeckt. So findet sich das fettlösliche Vitamin vor allem in fettreichen Fischen (z.B.: Lachs, Makrele oder Hering) sowie in geringerem Maße in Eigelb oder Leber. Auch Speisepilze wie Pfifferlinge und Champignons enthalten in geringerem Maße Vitamin-D.
Wie äußert sich ein Vitamin-D-Mangel?
Die Symptome eines Vitamin-D-Mangels können vielfältig und unspezifisch sein und mit denen anderer Erkrankungen verwechselt werden. Eine sichere Diagnose ist daher nur mittels Bluttest möglich - weitere Informationen zur Abklärung durch Lyvy findest du hier.
Bei Müdigkeit handelt es sich um ein häufiges wenn auch sehr unspezifisches Symptom eines Vitamin-D-Mangels. Auch kann ein erhöhtes Infektionsrisiko ein mögliches Symptom eines Vitamin-D-Mangels sein. Darüber hinaus nimmt das fettlösliche Vitamin eine zentrale Rolle für die Mineralisierung des Knochens ein. So kann ein Mangel zu einer Verringerung der Knochendichte bis zur Osteoporose mit einem erhöhtem Frakturrisiko führen. Auch Muskel- und Knochenschmerzen sind möglich und kommen im Rahmen des Vitamin-D-Mangels häufig vor.
Vitamin-D spielt eine wichtig Rolle bei der Funktion des Immunsystems. Eine ausreichende Versorgung stärkt die Abwehrkräfte, insbesondere bei der Abwehr von Atemwegsinfekten. Weitere relevante Symptome umfassen beispielsweise Stimmungsschwankungen bis zur Depression. Ein möglicher Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen wie kardiovaskulären Erkrankungen, Diabetes und Krebserkrankungen wird diskutiert. Eine kausale Beziehung ist bis dato jedoch nicht nachgewiesen.
Wer ist betroffen vom Vitamin-D-Mangel?
Gefährdet für einen Vitamin-D-Mangel sind grundlegend alle Menschen, die sich selten im Freien aufhalten. Dies kann im speziellen immobile und chronisch kranke Menschen umfassen. Jedoch auch Menschen mit Hautbedeckung im Freien (bspw. auch kulturellen Gründen) haben ein erhöhtes Risiko. Auch ältere Menschen sind gehäuft betroffen, da es im Alter die Fähigkeit zur Vitamin-D-Bildung abnimmt. Dieser Trend ist insbesondere beim weiblichen Geschlecht ausgeprägt. Darüber hinaus sind Menschen mit dunkler Hautfarbe, aufgrund des höheren Melanin-Gehaltes ihrer Haut, häufiger betroffen.
Von einem Vitamin-D-Mangel kann grundsätzlich jeder erfasst sein. Jedoch variiert die ausreichende Vitamin-D-Versorgung insbesondere in Abhängigkeit von Alter und sozioökonomischen Status. Saisonale Schwankungen aufgrund der Jahreszeiten zeigen einen relevanten Einfluss. So haben rund 66% der Menschen im Sommer eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung, während dies im Winter nur bei circa 17% der Fall ist.
Wie kann ich Vitamin-D richtig supplementieren?
Als optimal gilt nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) ein Vitamin-D-Spiegel von > 20 ng/ml. Dies bezieht sich auf die Skala des Institute of Medicine (IOM) zur Knochengesundheit. Weitere internationale Einteilungen klassifizieren den Vitamin-D Mangel mit < 20 ng/ml, den relative Mangel 21 - 29 ng/ml und die ausreichende Versorgung bei einem Spiegel > 30 ng/ml. Eine Einnahme von Vitamin-D wird nur empfohlen wenn eine unzureichende Versorgung nachgewiesen wurde und eine gezielte Verbesserung der Versorgung weder mittels Hautexposition durch Sonne oder mittels Zufuhr von Nahrung zu erreichen ist. Bei fehlender eigener Synthese geht man bei Jugendlichen und Erwachsenen von einem täglichen Bedarf von 20 μg oder 800 IE aus. Nach Aussage des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) können Personen daher Vitamin-D ergänzen, indem sie auf Nahrungsergänzungsmittel mit bis zu 20 μg, entsprechend 800 IE, Vitamin-D3 pro Tag zurückgreifen. Hierbei handelt es sich um eine prophylaktische Dosierung ohne Nachweis eines Vitamin-D-Mangels. Höhere Dosierungen sollten nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Ein Bezug von Vitamin-D Produkten ist hier möglich.
Kann man Vitamin-D überdosieren?
Ja, Vitamin-D kann man überdosieren. Die körpereigene Vitamin-D-Produktion ist reguliert und begrenzt sich selbst, so dass eine Überdosierung in der Regel nur durch übermäßige Supplement-Substitution möglich ist. Spiegel von >50 ng/ml deuten hierbei entsprechend RKI auf eine mögliche Überdosierung hin und können für den Körper negative gesundheitliche Folgen haben. In insgesamt sehr seltenen Fällen mit einer massiven Überdosierung mit toxisch erhöhten Vitamin-D-Spiegeln (>150 ng/ml) kann es zu einem erhöhten Calcium-Spiegel im Blut kommen. Dieser kann sich akut durch Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfe und Erbrechen äußern. In schweren Fällen kann es zu Nierenversagen, Herzrhythmusstörungen, Bewusstseinsverlust und tödlichen Verläufen kommen. Die empfohlene maximale Tageszufuhr ist daher unter Einhaltung einer großzügigen Sicherheitsmarge auf maximal 4000 IE pro Tag begrenzt. Diese kann im Rahmen einer ärztlich indizierten Therapie bei nachgewiesenem Vitamin-D Mangel jedoch überschritten werden.
Wie kann mir Lyvy bei der optimalen Vitamin-D Einstellung helfen?
Eine Einschätzung des eigenen Vitamin-D-Spiegels erfolgt mittels Untersuchung deiner Blutprobe, die Bestandteil der Untersuchung bei Lyvy ist. Ein Vitamin-D-Mangel lässt sich so frühzeitig erkennen und angemessen behandeln. Die Behandlung erfolgt anhand ärztlicher Empfehlungen im bereitgestellten Gutachten. Eine Kontrolle empfehlen wir bei Substitution nach 3 Monaten. So bist du immer auf der sicheren Seite und dein Vitamin-D Spiegel perfekt eingestellt. Weitere Informationen findest du hier.
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